- Stop Locarno 270km
Pünktlich ging es Sonntagmorgen los via San Bernardino nach Locarno. Mitten in der Stadt den Stellplatz genutzt. Keine drei Minuten von der Piazza weg. Kurzer Rundgang zum Campingplatz und via Piazza dann zur Postautohaltestelle. Einsteigen um nach Ascona zu fahren. Doch das Poschi fuhr hinter Ascona durch den Tunnel Richtung Brissago. Waren wir noch nie. Meine Eltern schon 1947 auf der Hochzeitsreise… Das war noch was damals: Hochzeitsreise ins Tessin. Also kurzer Rundgang zum See. Da war aber schon ein mögliches Gewitter im Anzug, also gleich wieder mit dem Poschi zurück.
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Empfehlung: auf dem iPad oder am PC anschauen.





2. Stop Oggebbio 28km
So ging es dem Langensee entlang durch enge Kurven über Cannero nach Oggebbio. Hoch über dem See habe ich einen Stellplatz entdeckt mit eigener Terrasse. Kurz die Velos abgeschnallt und über die wunderbare Strasse hoch über dem See nach Verbania zum Glacé-Schlecken gefahren. Oggebbio prächtig am Hang gelegen mit wunderbaren Gässchen. Nachts entlud sich der Himmel und es goss aus Kübeln wie wir es schon lange nicht mehr gesehen haben. Dennoch gut geschlafen und die frische Morgensonne mit Aussicht genossen.














3. Stop Orta 40km (3 Tage)
Auch wieder eine kurze Fahrt zum Ortasee. Da waren wir schon vor einigen Jahren und wir wollten es nochmals geniessen. Camping direkt am See. Morgens ein herrliches Bad vor dem Frühstück. Am ersten Tag Wanderung um die Ortahalbinsel und hoch zu den 27 Antoniuskapellen, die die Geschichte des Heiligen Antonius erzählen mitten in einem Wald hoch über Orta. Und am andern Tag kam es knüppeldick. Doris Veloakku gab den Geist auf… Gleich einige Meter neben dem Campingplatz ein Bikeshop. Getestet „rien ne va plus“. Der Velomech hat uns dann eine Ersatzbatterie von einem anderen Velo vermietet und wir machten die grosse Tour rund um den Ortasee rund 58km. Leider wollte er uns die Batterie nicht verkaufen. Wir hoffen auf ein Velogeschäft in Turin…



















4. Stop Torino 159km (3 Tage)
Auch hier haben wir einen Campingplatz im Süden von Turin gefunden, wo es nicht weit ist, die Stadt zu erkunden. Prächtige Velowege dem Po entlang würden Downtown führen. Doch wir gingen mit dem ÖV, mit Bildern der Batterie auf dem Handy, und klopften x Bikeshops ab. Zu alt das Bike, zu alt die Batterie…
Doch stolperten wir noch etwas in der Stadt rum und waren begeistert vom „Paris des Südens“ mit seinen prächtigen Strassen, Palästen und riesigen und langen Arkaden (18km). Und da war noch die Torino Pride, die wir selbstverständlich genüsslich reinzogen. Am nächsten Tag wieder mit ÖV in die Stadt um detailliert die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Zum nahen Hügel um die Stadt zu überblicken. In einem kleinen Gässlein fanden wir ein Bistro, wo es einen herrlichen Apéroteller gab, so gross, dass es gleich als Abendessen reichte. Dann ging es noch zum Mole Antonelliana (Film-Museum). Hoch mit dem Lift auf die Aussichtsplattform und wir bestaunten nochmals Torino von oben beim Abendlicht.





























5. Stop Alba 50km (2 Tage)
So ging es nun hurti ins Barologebiet nach Alba. Prächtiger Camping mit Pool und Wellness. Hier versuchte Doris ohne Batterie im Biomodus ins Städtchen zu fahren. Was auch möglich war, da alles flach. Wieder einige Veloläden abgeklopft ohne Erfolg auf eine neue Batterie. Anderntags Städtlitour, Märit und einen Brocken schwarzer Trüffel (weiss lag nicht im Budget) gepostet und gleich abends Linguini an Trüffelsauce… Eigentlich war in Planung, noch etwas länger in der Gegend zu bleiben und mit dem Velo über die Hügel zu ziehen. Denkste ohne Strom…







6. Stop Imperia 184km (4 Tage)
So fuhren wir auf direktem Weg an die ligurische Küste. Über Savona erreichten wir Imperia und fanden etwas ausserhalb einen Campingplatz gleich an der Veloroute und mit Open Air Kino für den Fussball-Match CH-Katar. Diese Veloroute hatte es in sich. Auf einer alten Bahnstrecke wurde ein Veloweg angelegt, direkt dem Meer entlang. Quasi topfeben, was wiederum der „Biobikerin“ Doris half, die ganzen Strecken ohne Strom zu fahren. Selbstverständlich wurde die schwere, unnütze Batterie abmontiert, um das Gewicht zu reduzieren. Und es ging, sogar prächtig. Ganze 90km sind wir an drei Tagen geradelt. Die Strecke rauf und runter bis San Remo und zurück. Selbstverständlich bin auch ich ohne Strom gefahren, um das Feeling des richtigen Velofahrens wieder zu geniessen. Am späten Nachmittag sind wir immer noch schnell ins Meer gesprungen und haben uns langsam die Ferienfarbe „einfärben“ lassen. Zu guter Letzt sind wir noch hochgestiegen in das wunderbare Städtchen Porto Maurizio (Vorort von Imperia), das sich mit seinen engen Gassen und Treppen für ein „Räuber und Poli“ eignen würde. Muss man unbedingt besucht haben. Selbstverständlich war am letzten Tag auch in Imperias Altstadt eine Lädelirunde eingeplant.

































7. Stop Cannes 89km (3 Tage)
Jetzt geht es Richtung Frankreich. Monte Carlo sind wir hinten rum gefahren. Da kennen uns schon alle… darum keinen Abstecher wert. So musste Cannes, der andere Nobelort, herhalten. Der Campingplatz Bellevue musste genügen. War aber auch schön mit Swimmingpool, wenn nicht gerade ein Flugzeug im nahen Airport startet oder ein Töfffahrer auf der Autobahn Vollgas gibt. Am ersten Tag sind wir an den Beach von La Bocca gewandert, wo Baumann verblüfft feststellen musste, dass Stoffmangel in Südfrankreich herrscht, weil die knappen Stofffetzen bei den Damen kaum etwas bedecken… He nu so de, geradeaus schauen und dem riesig langen Beach entlang schlarpen und zur nächsten Eisdiele abschwenken.
Anderntags ging es dann per ÖV ins Innenleben von Cannes. Herrgolante da will ja jeder Filmstar werden, wenn man schaut, was hier so rumläuft. Augen zu und durch oder einfach nachschauen…und die Augen rollen lassen. Nicht vergessen die vielen netten, teuren Automarken die dir am Bistrotisch sitzend, fast über die Zehen fahren. Muss man nur einmal erlebt haben… Da sind wir mit unserem Elvis bestens bedient, wo man sogar darin schlafen und kochen kann. Anderntags mussten wir noch in die Markthalle, um unser obligatorisches Côte du Boeuf zu kaufen, wie immer in Frankreich. Satte 750gr. 3cm dick und es reichte für zwei Abende für ein Festmahl und der Grill hatte seine helle Freude, wenn ein Fleischstück fast den ganzen Grill bedeckt.































8. Stop Castellane 75km (2 Tage)
Nun geht das Abenteuer los, die Route Napoléon wartet. Am Steuer jetzt Doris, damit Baumann auch während der Fahrt Fotos schiessen kann. Prächtig kurvte sie die Pässe hoch und schlängelte durch Haarnadeln. Ich konnte als Beifahrer die wunderbare Gegend bestaunen und hie und da Stop rufen, wenn ein toller Foto-Spot winkte. Wie ihr seht sind die Fahrten zwischen den einzelnen Stops sehr kurz. So kann man schon am Nachmittag am neuen Ort etwas unternehmen. Was ich auch machte und die Gorges du Verdon per Bike rekognoszierte. Tolle Schlucht, muss man gesehen und erlebt haben. Nur Doris Biobike ist nicht geeignet bei solchen Aufstiegen, durch enge Felsenlöcher und steil abfallende Abhänge. Doris fand beim Dorfrundgang die ÖV Station und siehe da, da fährt ein Bus zweimal täglich hin und zurück. Gesagt getan ging es per Bus bis Point Sublime. Aber jetzt per Pedes 300 Höhenmeter hinunter in die Schlucht und rein ins Glück. Wir ahnten, dass der Aufstieg bei dieser unsäglichen Wärme für uns, als etwas in die Jahre gekommenen Menschen, eine kleine Tortour würde. Wurde es auch. Wir haben es aber geschafft und überstanden und nachts bestens geschlafen. In der Schlucht waren dann die längeren Tunnel-Durchquerungen schon fast eine Wohltat resp. es war fast kalt aber erholsam. Eindrücklich die fast senkrechten 700m hohen Felswände. Er soll einer der grössten Canyons (21km lang) in Europa sein.






























9. Stop Dinge les Bains 57km (2 Tage)
Dinge les Bains ist die Hauptstadt des Lavendels. Und siehe da, welcher Zufall, der Lavendel steht gerade in der Blüte. Ich zog los aus der Bäderstadt mit dem Bike, um die Lavendelfelder aufzusuchen. Nach rund 8km den Flusslauf entlang entdeckte ich das erste Lavendelfeld. Für mich war es das erste mal, dass ich vor einem solchen Feld stand. Einfach wunderschön. Sofort nach Hause zu Elvis und der Madame Bericht erstattet, selbstverständlich mit Fotobeweis. So haben wir dann nachgelesen, dass auf der Hochebene bei Lavensole die grossen Lavendelfelder liegen. Rauf und los und steil hoch zur Hochebene. Vorab ging es frühmorgens zum Campingplatz, um einen Stellplatz zu ergattern, um dann von hier aus die Lavendeltouren zu machen. „Camping complet…“ Sie empfahlen uns einen anderen Platz in Moustiers-Sainte-Marie. Durch diese Hinfahrt fuhren wir gleich durch die schönsten Felder und diverse Fotostops. Prächtig. Moustiers-Sainte-Marie liegt ganz in der Nähe der Verdonschlucht und dem Lac Saint-Croix. Ich fuhr per Bike zum See und gleich noch hoch zum Aussichtspunkt, während Doris das Städtchen Moostiers-Sainte-Marie per Pedes erkundet. Ganz eng an den Felsen geklebt ein wahrlich prächtiges Häufchen Häuser, aber auch mit vielen Touris. Abends ging’s dann nochmals hoch zum Glacè-Schmaus und Schlummerbecher.













10. Stop Moustiers-Sainte-Marie 74km (1 Tag)
Um die Lavendelfelder im besten Licht zu fotografieren, sind wir schon um 5.00 Uhr aufgestanden, um sie im tiefen Morgenlicht mit der Kamera einzufangen. Die Farben leuchten goldgelb und das Lavendelblau noch intensiver. Als dann alle Bilder im Kasten waren rollten wir Richtung Sisteron, nicht bevor wir noch an einem Parkplatz unseren Brunch einnahmen. Schön, wenn das Restaurant mitfährt… Sisteron war schnell erreicht. Etwas Probleme beim einchecken am Stellplatz, der laut Ticketautomat voll war – aber die Hälfte der Plätze leer. Auch hochmoderne Anlage haben seine Tücken. Als dann ein Camper rausfuhr öffnete sich plötzlich die Schranke und schwudiwubs waren wir drin. Bei absolut grösster Hitze fussten wir ins Städtchen, bummelten durch die engen Gassen, gottseidank waren sie eng und schattig. Dann noch hoch zur Citadelle. Mensch war das bei dieser Affenhitze ein Chrampf oder macht uns hier das Alter einen Strich durch die Rechnung. Nach einem längeren Sitzstop am Schatten, um den Schweiss zu trocknen, stampften wir weiter hoch. Die Aussicht immer prächtiger, die Anlage riesengross. Man kann sich fast verlaufen. Ganz oben dann auf der schmalen Zinne ein umwerfender Ausblick auf Anlage und Umgebung. Nach zwei Bierchen und Madams üblichen Weisswein in der Altstadt schlarpten wir zu Elvis zurück. Abendessen und dann kam der Regen. Heeeerrrrlich. Ich ging raus und liess mir vom kühlen Regen eine halbe Stunde eine Naturdusche verabreichen. Grossartig.
































11. Stop Sisteron 106km (1 Tag)
Früh ging es ins Körbchen, waren ja schon seid 5 Uhr früh auf den Beinen. Die Hitze zog uns langsam heimwärts. Ohne aber noch den Rest der Route Napolen abzufahren, das wiederum über rassige Pässe und Täler führte, am Steuer selbstverständlich Frau Da Costa. Kurz noch ein Stop bei einem Napoleon-Rast, wo die Reise von „Näpi“ nochmals ausführlich erklärt wird. Grenoble haben wir umschifft und sind gleich an den Lac du Bourget gefahren.
















12. Stop Le Bourget du Lac 227km (4 Tage)
Langsam wurde es sehr heiss. Auf dem prächtigen Campingplatz am Lac du Bourget liessen wir die letzten 4 Tage der Reise ausklingen. Da es hier sehr eben ist und ein ausgezeichneter Veloweg dem See entlang führte, konnte sich auch Doris ohne Strom in den Sattel schwingen. Wir besuchten per Bike die Badestadt Aix-les-Bains. Die Therme wird im Moment grosszügig umgebaut resp. fast neu erstellt. Prächtige Bauten zeugen von damals inkl. dem Casino, dass sich hier die vornehme Gesellschaft flanierend und badend bewegte.
Anderntags strampelte ich noch südlich Richtung Chambéry einige Kilometer auf wirklich prächtigen Velowegen. Der viele Veloverkehr zeugte auch davon, dass diese rege benutzt werden.
Zum Ausklingen war „dolce far niente“ angesagt mit Baden im „seichwarmen“ See, verstecken im Schatten vor der heissen Sonne und abends ging’s zum Gourmetschmaus zweimal auswärts. Wir entschieden uns, wegen der Hitze und wegen dem Ausfall der Velobatterie, die Reise eine Woche früher abzubrechen.
























Nach Hause 426km
Schnurgerade und direkt fuhren wir nach Hause. Ungewöhnlich für uns so lange Distanzen zu fahren. Genf war ja gleich um die Ecke und quer durch die Schweiz ins Toggenburg ging es flott voran. Elvis folgte uns auf jeden Gaspedaldruck und die Chef Chauffeuse, nicht Guaföse, fuhr den meisten Teil sicher und rassig. Auf der ganzen Reise war sie sicher 75% am Steuer. Wieder einmal ging eine Reise zu Ende, die uns mal wieder neue Gegenden, Städte und Routen zeigten, die uns begeisterten.
Highlights: Ortasee, Torino, Ligurische Veloküste, Route Napoleon, Verdon-Schlucht und die Lavendelfelder.
Statistik: 1854km / 12 Stops in 29 Tagen / Autobahngebühren 85 € / Diesel 330 € / Bike 347km / Stellplätze total 1051 € = Ø 35 € pro Tag
Total Kosten 1705 € inkl. Extras 239 € (Eintritte, ÖV und auswärts Essen)