Unsere neue Tour 23 soll uns in den Norden Deutschlands bringen mit dem Hauptziel Nordsee mit den Friesischen Inseln. Zeit geben wir uns rund sechs Wochen. Nun der Reihe nach:
18./19./20.5. Bad Königshofen
Bewusst sind wir am Auffahrtsmorgen im Toggenburg gestartet, um über Bregenz nach Deutschland zu gelangen und um den LKW-Verkehr zu umgehen. Nicht aber bevor wir unseren 120 Liter Tank im Österreichischen mit zünftig billigerem Most aufgetankt haben. Jetzt haben wir eine Reichweite von über 1100 Kilometer und das reicht fast in den hohen Norden von Germany.
Flott ging’s voran über Ulm, Würzburg nach, wie könnte es anders sein, unserem obligaten Stop (der 11.) in Bad Königshofen. Für drei Nächte haben wir uns beim Stellplatz an der Franken Therme eingeschrieben.
1. Tag Hinfahren, Bädele, Sünnele; 2. Tag Wellness-Tag im Saunadörfchen (9 verschiedene Saunen) in der Therme mit Naturheilwasserbad; 3. Tag Radeltour an die Ostgrenze mit Besichtigung von einem ehemaligen Bunkerturm und dem teilweise schon fest überwachsenen „Todesstreifen“, der heute meistens als Natur- und Wildschutzgebiet prächtig gedeiht.
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21.5. Leipzig
Die Stadt Leipzig lag fast am Wege Richtung Norden. Vorab cruisten wir durch den wunderbaren, hügeligen Thüringerwald, durch riesige Wälder, vielen Tunnels wie der Rennsteigtunnel mit fast 8 km Länge. Vorbei an Oberhofen, dem berühmten Wintersportort. Teilweise ging es hoch bis auf über 900m. Mitten in der Stadt Leipzig war ein Stellplatz, wo in rund 20 Minuten zu Fuss die Innenstadt war. Für uns eine neue und sehr interessante Stadt mit grosser Geschichte von Dichtern und Musikern (Goethe, Bach, Mendelsohn, Mahler, Wagner und wie sie alle heissen). Alle wichtigsten Sehenswürdigkeiten haben wir im Umkreis der City abgeklopft und selbstverständlich noch Auerbachs Keller in der Mädler-Passage besucht, der als einer der Schauplätze in Goethes Drama „Faust“ bekannt wurde. Leider fehlte uns die Zeit, auch noch das Umland etwas kennenzulernen, weil uns die Strasse rief: Richtung Norden.



















22.5. Quedlinburg
Nur gerade eine 1,5-stündige Autofahrt führte uns nach Quedlinburg. Was, frage ich meine holde Begleitung. UNESCO-Weltkulturerbe seit 1994, war die Antwort. Gleich ein paar Schritte neben der Altstadt unser Stellplatz. In der historischen Altstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Strassen, kleinen Plätzen, verwinkelten Gassen befinden sich über 2100 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten. So was haben wir in unserer reichlichen Reisetätigkeit noch nie gesehen. Leider verfiel die Stadt etwas während der DDR-Zeit, da keine Mittel vorhanden waren, alles zu restaurieren. Nach der Wende wurde dann zünftig angepackt. 136 Millionen Euro wurden in die Instandstellung investiert. Einzigartig, prächtig. Vor allem hat es mir beim Einnachten die Stimmung angetan, um meinem Fotografenherz auch noch etwas zu gönnen.










23./24. Mai Schwerin
Heute ging es gute 280 Kilometer nordwärts nach Schwerin. Im Jachthafen am Heidensee fanden wir den nächsten Stellplatz. Nur gerade 10 Minuten mit dem Velo in die City resp. zum Schloss, Sitz des Parlaments von Mecklenburg-Vorpommern. Auch hier wieder ein freudiges Aha-Erlebnis, dieses wunderbare Schloss auf einer Insel gebaut und prächtig restauriert. Im Schlosspark noch eine Bike-Runde gedreht und dann zum Innenstadtbummel und lädele am ersten Tag.
Am zweiten Tag war dann die grosse Velorunde an den verschiedenen Seen vorbei angesagt. Da hier ja alles flach ist, kaum eine Anstrengung wert und kurze Fotostops erleichterten alles noch mehr. Schwerin wunderbar gelegen inmitten vieler Seen. Wir fühlten uns fast wie in der Mecklenburgischen Seenplatte, die ja nicht weit von Schwerin liegt.








25. Mai Wismar
Kurze Fahrt von nur gerade 27 Kilometern an die Nordsee nach Wismar. Unsere Prämisse ist immer auf unseren Reisen kurze Strecken zu fahren max. 1 bis 2,5 Stunden. So sind wir meistens schon deutlich vor Mittag wieder am Zielort und können die Zeit nutzen, eine Stadt oder Gegend kennenzulernen. Gleich am Hafen lag der Stellplatz ebenfalls in Fussweite der Altstadt. Kaum drinnen, liefen wir am Headquarter von SOKO Wismar der Polizeistation vorbei. Zur Aufklärung: es war der Eingang in einen Kirchenvorhof, der genutzt wurde als Filmkulisse. Es gibt sogar eine Stadtführung zum Thema SOKO Wismar, wo man die Schauplätze der Leichenfunde etc. erklärt bekommt. Für Doris als Krimi-Expertin ein Nasenwasser, weil eben alles schon gesehen. Meine abendliche Velorunde um die grossen Hafenanlagen war interessant, weil hier auch eine riesige Werft steht für den Bau von Kreuzfahrtschiffen. Doris rief, kuck mal die grossen Schiffe. Als ich abends genau hinsah, waren es aber nur Rohbauten mit Kaminen über 5 Stöcke, die dann über dem Schiffsrumpf montiert werden…





Hafen Wismar 

Eingangstor SOKO Wismar 






26./27./28. Mai Eckernförde
Wieder rund 200 km der Ostsee entlang gondelten wir Eckernförde entgegen. Drei Tage war das unsere Bleibe. Es war gerade Wochenende und die Eckernförder feierten die Sprottentage. Sprotte ist ein kleiner Fisch, der in der Ostsee gefangen wird und gleich nach dem Fang tiefgekühlt und später in den Rauch gehängt wird, ohne jegliches Dazutun. Man isst hier das Ding wirklich roh, geräuchert, Natur pur. Ohne aber davor den Kopf und den Schwanz zu entfernen und die Gräte an einem Stück rauszuziehen. Für mich ein Leckerbissen, für Doris sosolala. Anderntags sattelten wir die Bikes und strampelten über Land zum Nordostseekanal. Die meistbefahrene künstliche Seeschiffahrtsstrasse der Welt mit einer Länge von 98 km. Gebaut von Kaiser Wilhelm von 1887 bis 1895. Ein Meisterwerk der damaligen Baukunst. Der Nordseekanal durchtrennt natürlich auch das Land Schleswig-Holstein, was damals arg zu reden gab. Aber heute ist diese Wasserstrasse ein sehr wichtiger Arbeitgeber in diesem Land und auch touristisch sehenswert. Täglich befahren über 100 Schiffe den Kanal.
Es war ja bereits wieder eine Woche rum seit unserem letzten Wellnesstag. Um unser wöchentliches Winterritual fortzusetzen, genossen wir es für Stunden in der Saunaanlage des Wellenbades, ein paar Schritte vom Stellplatz entfernt. Wie war das ein Vergnügen mit Tuch bekleidet an den Strand und danach füdliblut in die Ostsee zu tauchen… Abends besuchten wir nochmals am Hafen das Sprottenfest.





29./30. Mai Rømø Dänemark
Da wir knapp an der dänischen Grenze standen, ist es ein Katzensprung quer rüber zu fahren an die Nordsee auf die Insel Rømø. “Oasen Rømø“ ist wohl einer der schönsten und besten Stellplätze in Europa. 218 Plätze mit riesigem Umschwung gereiht rund um zwei Seen. Nur die Vogelperspektive zeigt, wie spektakulär dieser Platz gebaut ist. Hochmodern alles mit Chipkarte, Anmelden, Strom, WC/Duschen alles ohne Personal. Eine ausgeschilderte Bikeroute über fast 40 km zeigte uns die Insel in seiner ganzen Pracht. Wir fuhren über den langen breiten Strand, schauten auf Sylt rüber, bestiegen den “höchsten Berg“ auf Rømø mit seinen 19m ü.M., bewunderten die Drachenschau am 2 km breiten Strand in Lakolk. Anfangs September findet hier das grösste Drachenfest Europas mit über 50’000 Drachenfans statt.














31. Mai/1./2. Juni Dagebüll
Nur gerade 105 km südlich von Rømø liegt Dagebüll, unsere nächste Station. Dagebüll ist Ausgangspunkt auf die nordfriesischen Inseln Amrum und Föhr (friesische Karibik) und die Halligen. Am ersten Tag fegte ein zünftiger Wind durch die Gegend, womit nur ein kleiner Dammspaziergang zu Stande kam. Am späten Abend testeten wir noch mit den Fahrrädern den Rücken- und Gegenwind. Bei Rückenwind erreichten wir lockere 28 kmh, bei Gegenwind brachten wir es noch auf knapp 8 kmh. So ist der Norden. Schweizer Bergfahrten werden so im Gegenwind simuliert. Doch anderntags hellt sich das Wetter auf und wir schipperten mit der Fähre und den Bikes Richtung Föhr.














Die Velorundtour auf Föhr war sehr abwechslungsreich. Als erstes kam uns im bewaldeten Häuserquartier das erste Reh in die Quere. Auf den offenen Feldern hoppelten Hasen. Über uns kreisten Möven und anderes Gefieder und liessen ihren Scheiss auf meinen Lenker und Hose runter… Prächtige Aussichten genossen wir aufs Wattenmeer und der Blick auf die Nachbarinsel Sylt und Amrum. Wir durchquerten wunderbare Dörfer und Weiler. Das Dorf Nieblum hatte es in sich. Wir kreisten sogar zweimal um die schönen strohgedeckten Häuser und staunten. Die ganze Runde war 47 km lang und es reichte sogar noch zu einem Bummel durch die Gassen von Wyk zum lädele eh wir wieder mit dem Schiff in rund 1,5 Stunde nach Dagebüll zurückkehrten.












3. Juni Husum
Nur gerade 24 km südlich liegt Husum. Ja es musste sein, Husum zum zweiten Mal und wir mussten einfach bei Loofs vorbei zum Fisch essen. Loof betreibt auch den einfachen Stellplatz, der gerade um die Ecke liegt. Nach unserer Norwegenreise waren wir schon hier. Tolles Städtchen mit eindrücklicher 3 Meter Tide, wo die Schiffe bei Tiefstand im Hafen auf Grund liegen. Theodor Storm der berühmte Dichter wohnte hier, wer kennt ihn noch „Der Schimmelreiter“. Sogar eine zünftige 50 km Velotour gab es noch obendrein nach Nordstrand bei prächtigem Wetter und Wind…









4. Juni Friedrichstadt
Kurze 14 km landeinwärts brachte uns Elvis nach Friedrichstadt. Stolzes holländisch angehauchtes Städtchen mit Grachten und Häusern im holländischen Stil. Ja es waren vertriebene holländische Religionsflüchtlinge, die diese Stadt als neues Amsterdam aufbauen wollten, was natürlich nicht ganz gelang. Aber dennoch wunderschön mit einem grossen Marktplatz, wo gerade an diesem Sonntag das rosarote Picknick-Fest von statten ging unter den schattigen Bäumen, wo auch live am weissen Flügel konzertiert wurde. Der Stellplatz nur gerade 200m vor der Altstadt machte es uns leicht, auch nochmals Abends ins Städtli zu gehen.


















5./6./7. Juni Sankt Peter Ording
Sogar zweimal fuhren wir die Strecke Friedrichstadt-St. Peter Ording hin und her. Nicht weil uns die Strecke so gefallen hat, sondern weil Doris beim Bezahlautomaten am Stellplatz die Kreditkarte stecken liess. Wie es unter Campern ist, gibt der Finder die Karte der Leitung ab und wir konnten sie nach einem Telefonat abholen… Rentner haben ja genügend Zeit und manchmal macht das Hirni eben mal einen Aussetzer. Aber das haben wir locker geschafft. Doris etwas hyperventiliert und ich die Ruhe selbst: Jetzt isch es halt so… Kleine Auflockerung im Camper-Alltag und Elvis hatte es auch satt, nur immer kleine Hüpfer von 14 bis 25 km zu machen.
Sankt Peter Ording ist wieder eine grosse Nummer am Ostfriesischen Wattenmeer. Da wird der Tourismus in all seinen Schönheiten und Varianten gepflegt. Einzig auf dem Stellplatz waren sie mit der hohen Tourismus-Qualität nicht auf gleicher Höhe, weil man jeden Morgen am Automaten ein neues Tagesticket für € 13.- lösen musste, obwohl man im Büro für 4 Tage die Gästekarte gelöst hat. Man kann dann mit dem QR-Code gratis in die Latrinen eintreten um zu brünzeln und hatte dann noch kostenlosen Strandzugang… Das ist eine Eigenart am Wattenmeer, dass man den Zugang zum Strand bezahlen muss oder eben die Gästekarte, bei uns Kurtaxe, löst.
Die Stellplätze vorher waren alle auf dem absolut modernsten Stand. Man löst die Tage am Automaten und bekommt eine aufgeladene Karte mit der man alle Toiletten, Duschen, Waschräume öffnen und benutzen kann sowie an der Stromsäule den Strom ein- und ausschalten. Am Abreisetag steckt man die Karte wieder in den Automaten und es wird abgerechnet, was man alles gebraucht und benutzt hat. Fertig, super, einfach, rational. So müsste es überall sein und ist sogar für uns Senioren einfach zu handhaben. Und wenn es einer nicht kann, hilft man ihm und lernt gleich wieder neue Leute kennen.
Ja und wo und wie haben wir uns in diesen Tagen rumgetrieben. Im Wattenmeer watscheln mit Strandwanderung war angesagt. Dann war wieder Donnerstag, Zeit für Wellness in der Dünen-Therme. Das war Klasse. Diverse Saunen sorgten für unser Wohlbefinden. Eine Sauna mit riesiger Frontscheibe mit Blick über die Dünen ins Wattenmeer. Dann die Ruhezonen in den Tiefen der Dünen. Erholung pur. Am dritten Tag grosse Velotour von 41 km zum grössten Leuchtturm in Ostfriesland. Super gelegen, da der Parkplatz für die Touris rund 2,5 km vom Turm entfernt lag.



















8./.9./10. Juni Büsum
Nur gerade 38 km war es nach Büsum. Das grosse Seebad ist auch Hafenort für die Fischkutter. Nach St. Peter Ording ist Büsum der drittgrösste Fremdenverkehrsort in Schleswig-Holstein. Von hier aus starteten wir zum Highlight unserer Nordseereise.



















Helgoland
Wir besuchten die Insel Helgoland 49 km von Festland entfernt. 2,5 Stunden brauchte die Fähre zu dieser berühmten Destination. Über 90m hoch senken sich die Klippen in die Nordsee. Eine Wander-Rundtour von rund zwei Stunden zeigte uns, wie schön diese Insel gelegen ist. Höhepunkt natürlich der Blick zur Langen Anna, dem rötlichen Felsturm im Norden der Insel. Interessant waren die riesigen Vogelkolonien (Basstölpel, Trottellummen, Dreizehenmöwen etc.) die man wirklich hautnah besichtigen konnte und meine Nikon logischerweise heiss lief. Nachdenklich stimmte uns die Geschichte vom Krieg, als die ganze Insel bombardiert wurde und kein Stein mehr auf dem andern lag. Sogar Bombenkrater konnte man noch sehen. Das Dorf steht wieder inkl. Schule und unzähligen Souvenirläden. Wie sind die 1284 Einwohner wohl froh, wenn abends die Touris wieder abgezogen sind und vermutlich auch einiges an Euro liegen gelassen haben. Neckisch und berühmt sind am Hafen die farbigen kleinen Holzhäuser, immer für ein Fotosujet gut.



















Anderntags war wieder Velo angesagt. Wir fuhren zum Eidersperrwerk, eine riesige Schleuse und Sperrwerk. Die grosse Sturmflut 1962 der Auslöser zum Bau des Eidersperrwerks. Der Bau dieser gewaltigen technischen Anlage dauerte sechs Jahre und wurde 1973 fertiggestellt. Das Sperrwerk ist 200 Meter lang und hat fünf Durchlässe. Bei Sturmfluten werden die riesigen Tore geschlossen. Angetan hat uns neben den Schleusen die Vogelkolonien. Ein Vogel hat sich sogar mein Käppi gegriffen, um zu sagen, dass ich etwas nahe an den Legeorten bin.







11./12. Juni Brokdorf
85 km südlich unser nächster Stellplatz in Brokdorf an der Elbe. Einfach perfekt und direkt am Elbedamm. Auf dem hohen Damm und über das Vessel-App konnten wir jedes Schiff erkennen, das von Hamburg Richtung Meer steuerte, inkl. der Länge und Grösse plus Start- und Zielhafen. Selbstverständlich wollten wir auch ein Kreuzfahrtschiff sehen. Durch die App wusste ich, dass ein Schiff vor ca. 2 Stunden in Hamburg losgefahren ist und in einer Stunde bei uns vorbei ziehen wird. Ein besonderes Schauspiel, der Elvis hinter dem Damm und über dem Damm sahen wir ca. fünf Stöcke des Kreuzfahrtschiffes vorbei ziehen. Herrliches Schauspiel. Am Tag zwei fuhren wir hoch nach Brunsbüttel, wo der westliche Teil des Nordostsee-Kanal beginnt. Riesige Schleusen hoben die Schiffe in den Kanal. Auf einer prächtigen Aussichtsplattform kann man das ganze bestaunen und beobachten.















13./ 14. Juni Bremerhaven
Bei Glückstadt überquerten wir mit der Fähre die Elbe, um dann nach 108 km in Bremerhaven einzutreffen. Der Stellplatz strategisch ausgezeichnet gelegen inmitten der Hafenanlage. In Fussweite ist die Innenstadt und die Hafeninfrastruktur erreichbar. Interessant die vielen Museen und moderne Gebäude am Hafenquai. Am zweiten Tag sind wir in das riesige Hafengelände hineingeradelt und bestaunten von einer Aussichtsplattform die verschiedenen Quais. Hier werden alle Autos für Übersee aus- und eingeladen. Bremerhaven hat sich im Laufe der Jahre zum grössten Autoumschlagplatz der Welt gemausert. 2,5 Millionen Autos kommen und gehen in einem Jahr. Im Bauch eines solchen „Autotankers“ haben über 6000 Autos Platz. Die riesigen, teilweise 5-stöckigen Parkflächen reichen bis an den Horizont. Es ist wirklich einmal interessant auf unserer Reise nicht nur schöne Landschaften, Städte und Strände zu bestaunen, sondern auch die Umschlagplätze des Welthandels zu bestaunen.

























15./16. Juni Harlesiel
108 km geht es nun wieder hoch an die Küste von Ostfriesland nach Harlesiel. Der Stellplatz direkt zwischen Hafen und Strand gelegen mit Blick auf die Ostfriesen-Insel Wangerooge. Eine Wanderung am Wattenmeer entlang war unser erster Kontakt. Anderntags, nach einer Woche wieder wie üblich unser Wellness-Besuch in der Therme von Carolinensiel. Entspannung muss sein, wir haben ja Urlaub.





17./18./19. Juni Norddeich – Insel Norderney
53 km westlich fuhren wir der Küste entlang für drei Tage nach Norddeich. Auch hier der Stellplatz in unmittelbarer Nähe der touristischen Highlights. Von hier tuckerten wir mit der Fähre und den Velos zur Insel Norderney. Prächtige Velowege führten uns zum Leuchtturm und gaben uns einen Einblick in diese wunderbare Vegetation. Man musste meistens noch ein Stück zu Fuss an die teilweise einsamen Strände marschieren, weil fast die ganze Insel Naturschutzgebiet ist und nicht befahren werden kann, auch mit dem Velo nicht. Selbstverständlich schlichen wir durch den Kurort und frönten einem Kurkonzert… bis uns die Fähre wieder nach Harlesiel schipperte.






















Tags darauf radelten wir dem Damm entlang Richtung Süden zum „schönsten Leuchtturm Deutschlands“ den Pilsumer Leuchtturm, der bekannt ist aus dem Film von Otto Waalkes „Am Deich in der Krummhörn – Otto der Ausserfriesische“.
Ein Besuch des neckischen Fischerdorfes Greetsiel an der holländischen Grenze war ebenfalls ein Velotürli wert.











20./21. Juni Ritterhude
Nun heisst es die Kehrtwende zu machen und uns Richtung Heimweg bewegen. Ritterhude nördlich von Bremen unser nächstes Ziel, wo wir unsere Oman-Reiseleiterin Janine besuchten. Unser Elvis hat gerade knapp Platz in der Hausvorfahrt. Abends im Garten durfte ich den Grillmeister spielen. Selbstverständlich bot ich mich als Sohn eines Veloflickers an, das Radle von Janine wieder in Stand zu stellen. Was mir, so hoffe ich, gelungen ist. Ein Besuch in ihrem Künstleratelier (http://wuestehoelzer.de) zeigte uns ihre Umsetzung des gesammelten Wüstenholzes in Kunstwerke. Selbstverständlich haben wir auch ein solches Kunst/Naturwerk mit nach Hause genommen.





26. Juni Göttingen
Auf unserem Heimweg nahmen wir noch Göttingen mit, die wunderbare Studentenstadt in Niedersachsen nördlich von Kassel. Und ohalätz am Abend das erstmals auf unserer Reise Regen und wie. Ein Gewitter suchte uns am frühen Abend heim und wir genossen endlich die Abkühlung und waren pflotschnass.






23./24./25. Bad Königshofen
Und wie könnte es anders sein, unser zweiter Stammstop in Bad Königshofen. Eine Woche vorbei und wieder war logischerweise Wellness in der Franken-Therme angesagt. Als „Stammgäste“ ist uns nichts mehr fremd hier. Doris Geburtstag feierten wir bei einem leckeren Essen. Eine Biketour (45 km) brachte uns wieder an die ehemalige Ostgrenze. Wir besuchten in Behrungen das Freilichtmuseum zur ehemaligen deutsch/deutschen Grenze. Nachdenklich und kopfschüttelnd haben wir die ehemalige Grenzanlage besichtigt.














26. Juni Bamberg
Weil fast am Weg gelegen, stoppten wir noch im Bamberg, ebenfalls ein UNESCO-Weltkulturerbe. Das fränkische Rom, eine Inselstadt mit „Kleinvenedig“. Der Stellplatz ebenfalls in fussweite der Altstadt. Historisch wunderbar, eindrücklich, prächtig. Leider meinte es der Magen gegen Abend nicht so prächtig mit mir. Durchfall und „Würfelhusten“ putzte mich zünftig durch. Doch Doris fuhr mich am nächsten Tag locker die restlichen 482 km nach Hause ins Toggi, wo ich in Kürze wieder im Vollbesitz meiner Kräfte war. War es Heimweh….??













Eine prächtige Reise ging einmal mehr unfallfrei über die Bühne. Wir werden wohl den Norden Deutschlands nicht zum letzten Mal besucht haben. Das Wetter spielte prächtig mit (1 Gewitterabend), teilweise fast zu warm.

Zusammenfassung unserer Nordsee-Tour in Zahlen:
- 40 Tage 18. Mai – 27. Juni 2023
- 3’398 km gefahren
- 20 Stops
- 796 € Stellplatzkosten ø pro Stellplatz 20 €
- 424 € Diesel
- 542 € Diverses (Fähren, Eintritte, Wellness etc.)
- 1’748 € Totalkosten (exkl. Essen – müssen wir zu Hause auch)
- 561 km Velo
- 361’894 Schritte
Erstmals sind wir nie auf einem Campingplatz gestanden. Die Stellplätze sind sehr zentrumsnahe, meistens in Fussweite zur Altstadt. Einmal im Norden angekommen, sind die Dislokationen nicht mehr weit. Im Durchschnitt sind wir bei der Verschiebung nur gerade 50-90 km d.h. 1-1,5 Stunden gefahren.
Lieber Walo
Ganz herzlichen Dank für den wunderbaren und informativen Reisebericht: Du machst das grossartig, gratuliere!!!!
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